Geschichte

Saunstorf – slaw. Zauiz(thorp) mit noch unerforschter Wortbedeutung – ist 1230 erstmals urkundlich nachweisbar im Lehensverzeichnis des Bischofs von Ratzeburg/Kirchspiel Beenthorp (heute Beidendorf).

Saunstorf war nie Rittergut oder geschlossen in Familiensitz, sondern dörflich organisiert mit fünf Bauernstellen. Zwei davon waren untergegangen, als 1790 ein Herr Petersen Saunstorf als Lehen vom Herzog von Mecklenburg erhält. Durch „Bauernlegen“ und Zwangsumsiedlung von zwei verbliebenen Bauernstellen (nach Neusaunstorf) wird Saunstorf Gutshof mit arrondiertem Areal.

Saunstorf bei Wismar

Nach mehrfachem Besitzerwechsel wird 1893 das zweite Gutshaus gebaut, das heute noch steht; das erste ist restlos verschwunden. Nach neuerlichem Besitzerwechsel wird von Eugen Philippi 1915/16 das jetzige Herrenhaus erbaut und der Park angelegt. Letzter Gutsherr war seit 1931 Rudolf von Oertzen, wodurch das Gutshaus zum Musik- und Kulturzentrum der Gegend avancierte. Nach der Enteignung 1945 diente das Haus einer großen Zahl von Flüchtlingsfamilien als Bleibe und kürzerfristig verschiedenen Zwecken, bis es 1985 wegen Baufälligkeit geräumt und alles verwertbare Material „entnommen“ wurde. Für das Wendejahr 1989 war die Sprengung der Ruine vorgesehen, wozu es zum Glück nicht mehr kam.

Seit Anfang dieses Jahrhunderts hat die Stiftung Gut Saunstorf - Ort der Stille die Aufgabe der Restaurierung und neuen Nutzung übernommen. Seit Sommer 2010 erfüllt es seinen neuen Bestimmungszweck: Es hat sich inzwischen zu einem modernen Kloster entwickelt.

 

 

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