Mediales Heilen

F: OM, was ist mediales Heilen?

OM: Heilen mit der Kraft der Medialität.

F: Medialität ist äußerst selten. Ist sie eine angeborene Gabe, oder handelt es sich um eine Gabe, die sich in der inneren Entwicklung eines Menschen auch entwickeln kann?

OM: Sowohl, als auch. Jeder Mensch, der sich im natürlichen Zustand befindet, hat eine gewisse Medialität, eine Fähigkeit, zu sehen. Er sieht die Dinge, wie sie sind, frei von Verzerrungen, Überlagerungen, Verschleierungen, Verblendungen durch den denkenden Geist. Sein innerer Zustand ist transparent, weshalb er auf natürliche Weise auf den Grund sieht. Im natürlichen Zustand ist Medialität deshalb keine außergewöhnliche Gabe. Dennoch wird das Maß dieser Medialität unterschiedlich sein und die Gabe kann sich auf sehr unterschiedliche Bereiche beziehen. Es gibt auch Menschen, die sich nicht im natürlichen Zustand befinden, aber dennoch diese Gabe mitbringen. Sie vermögen es, vorübergehend in einen transparenten, visionären Zustand einzutreten und darin Dinge zu sehen, die einem normalen Menschen verborgen sind. Channels sind ein gutes Beispiel. Es gibt aber eben auch viele Channels, deren Sehen beim Channeln von ihrem Geist, seinen Konzepten und Bildern stark verunreinigt ist.

F: Auf welchen Bereich bezieht sich die Gabe der Medialität in dir?

OM: Fast ausschließlich auf den geistigen Bereich. Ich kann nicht in den physischen Körper sehen. Es gibt Medien, deren mediale Kraft bezieht sich auf den physischen Körper, aber sie können nicht in den Geist sehen.

F: Was bedeutet das – „in den Geist sehen“? Was siehst du im Geist eines Menschen beim medialen Heilen?

OM: Genau das: Ich sehe in seinen Geist. Ich bekomme Informationen aus seinem Unterbewusstsein, die für seine Heilung in dem Augenblick wesentlich sind.

F: Was für Informationen könnten das sein?

OM: Unterbewusste Haltungen, Konzepte, aber auch vergangene Erinnerungen, Traumata, die verdrängt wurden. Manchmal sind es auch Übertragungen des Geistes, die weit in die Familiengeschichte zurückreichen und in einer Linie (z.B. die Linie der Mutter) übertragen wurden.

F: Wenn jetzt also z.B. eine Frau zu dir kommt und fragt: „Ich habe den Verdacht, dass ich als kleines Mädchen missbraucht worden bin. Kannst du mir sagen, ob das wahr ist?“ Kannst du das dann mit Sicherheit festlegen?

OM: Nein, das kann ich nicht. Ob das real geschehen ist, oder nur in ihrem Geist, das spielt aus heilerischer Sicht gar keine Rolle. Eine Sicht, welche die Realität kennt, weiß, dass es so etwas wie „reale Vergangenheit“ letztlich ohnehin nicht gibt. Was ich aber sehen kann, das ist, ob dieser angebliche Missbrauch im Unterbewusstsein überhaupt die entscheidende Fixierung darstellt, die gelöst werden muss. Es kann auch sein, dass sich der Geist damit lediglich beschäftigt, um von einem anderen, tieferen Thema abzulenken. Das, was aus der subjektiven Perspektive desjenigen als der entscheidende Leidensknoten im Geiste erscheint, kann aus heilerischer Sicht völlig unwesentlich sein.

F: Woran liegt das?

OM: Selbstbetrug, Täuschung, Unehrlichkeit, Angst.  Nur um einiges zu nennen…

F: Wenn du jetzt Phänomene aus der Welt des Geistes in deinem Gegenüber siehst, wie genau heilt das?

OM: Der geistige Körper des Menschen ist sein höchster Energiekörper. In diesem Körper gibt es, so wie in jedem anderen Körper auch, Kontraktionen. Energetische Knoten, die ich als Fixierungen bezeichne. Ich beschreibe geistige Heilung mit dem Bild der Akupunktur. Eine geistige Nadel wird auf einen bisher blinden Fleck gesetzt, der Knoten löst sich, die Energie fließt wieder. Je präziser die Nadel sitzt, desto stärker die Heilkraft. Das ist ein Moment, in dem sich Totes in Lebendiges wandelt.

F: Kann es auch sein, dass du gar nichts siehst?

OM: Ja, das kann auch sein. Ich sehe nur das, was die Seele bereit ist frei zu geben. Geistige Heilung kann niemals gegen den freien Willen des Menschen geschehen. Das heißt: Auch wenn ein Mensch nicht selbst sehen kann, er muss einfach nur bereit sein und einen aufrichtigen Wunsch nach Heilung aus der persönlichen Not heraus mitbringen.

drucken nach oben