Innere Arbeit

„Innere Arbeit geschieht zwischen Tun und Lassen.
Sie ist das Nicht-Tun, in dem alles geschieht,
das Werk des göttlichen Selbst“ *

Für OM und die Lehrer der Enneallionce – Schule für Innere Arbeit ist Innere Arbeit der Ausdruck eines Paradoxons: Inneres Tun geschieht im Nicht-Tun. Das persönliche Ich muss nichts tun und kann nichts verändern, auf diese Weise kann Innere Arbeit alles verändern. Gleichzeitig erfordert Innere Arbeit die aufrichtige Bereitschaft, der Wahrheit und der Liebe dienen zu wollen, dem größeren Ganzen.

Auf dem Selbsterforschungsweg geht es um ein Loslassen von Vorstellungen und Bildern aus dem kollektiven Gedächtnis, das alle Menschen in sich tragen, und das sich seit Jahrtausenden von Generation zu Generation prägend weitervererbt hat. Innere Arbeit bedeutet im Grunde, zu verlernen, was wir gelernt haben. Es bedeutet, mit offenen Sinnen zu lauschen, alles zu fühlen und sich dem Geheimnis unserer selbst, dem Unerwarteten jedes Augenblicks anzuvertrauen. Wir wachen auf, treten wieder in Kontakt mit unseren vergessenen Tiefen und lernen, was für die meisten von uns das Schwierigste ist: uns selbst liebevoll anzunehmen. Wir entdecken in dieser erneuten Menschwerdung, in der wir uns selbst Vater und Mutter sind, erwachsen zu sein, ohne die Kraft unserer Liebesfähigkeit zu blockieren, ohne unsere Intelligenz zu verbieten und ohne die Unschuld unserer Seele zu vergewaltigen. Innere Arbeit kann das Wachstum eines Menschen in starkem Maße beschleunigen. Sie macht uns zu liebesfähigen, kreativen und einfühlsamen Wesen, die sich nicht getrennt fühlen von der eigenen Kraftquelle oder den äußeren Vorgängen des Weltgeschehens.

Genau an diesem Punkt haben wir die große Chance, unsere denkende, trennende Identität aufzugeben und den paradoxen Weg des Nicht-Tuns zu betreten. Genau das ist gemeint, wenn Jesus seine Jünger auffordert, alles zurückzulassen – Familie, Beruf, Selbstdefinition - und ihm allein nachzufolgen. Jesus sagt auch: Lasst die Toten ihre Toten begraben. Wenn wir dem inneren Lehrer nachfolgen, kann das auch ein unbequemer Weg sein, denn er führt uns aus der scheinbaren Sicherheit einer begrenzten Welt voller Verstrickungen ins Alleinsein. Und aus dem Alleinsein mit mir Selbst in die Erkenntnis des Nicht-Getrenntseins von allem.
 

Formen Innerer Arbeit in der Inneren Schule

Kleine Selbsterforschung, Große Selbsterforschung.

Der innere Lehrer (und auch der äußere) fordert uns auf, mit unserem ganzen Wesen zu fragen und mit unserem ganzen Wesen zu antworten ohne Kompromisse. Wir lernen, die Drei Gehirne (Gurdjieff) – Kopf, Herz und Bauch – als Einheit zu verstehen und nicht mehr den Weg des Entweder-oder zu gehen, sondern den Pfad des Sowohl-als-auch. Den Weg der Integration. In der Inneren Arbeit nennen wir das „kleine Selbsterforschung“ – sie erleuchtet die Innenwelt des Menschen, die Scheinrealität, in der er lebt, geschaffen durch seinen Geist. Sie steht im Dienste der „großen Selbsterforschung“, die nach den Lehren Ramana Maharshis, des großen indischen Mystikers, aus nur einer einzigen Frage besteht: Wer bin ich?

Übungen des Westens und des Ostens.
Für die 3 Gehirne des Menschen.

Durch die Begleitung von OM und den Lehrern und Therapeuten der Enneallionce wird die klare Offenlegung des Geistes und seiner Konditionierungen ermöglicht, durch den vertrauensvollen Rückhalt der Begleiter und der Weggefährten ist es möglich, das-was-ist, liebevoll zu akzeptieren. Sich selbst ausprobieren, erforschen, neugierig Sein – alles ist erlaubt und alles ist möglich in der Schule für Innere Arbeit. Erprobte Übungen aus therapeutischen und spirituellen Traditionen des Westens und Ostens führen den Schüler durch den Erforschungsprozess. Die Landkarte des Enneagramms der Charakterfixierungen bietet Orientierung auf dem Weg. Ebenso die Partnerarbeit, das Sich-Mitteilen in Kleingruppen, Einzelarbeit, Lehrvorträge über die Natur des Geistes, Rituale und heilende Körperarbeit. Durch Herzarbeit, philosophische Dialoge und Sacred Movements (eine Bewegungsschule mit sakralen Bewegungen) werden die gebotenen Inhalte in den drei Gehirnen vertieft. Besonders wertvoll ist die Innere Arbeit, um verborgene Strukturen sichtbar zu machen, die wir in der Psychologie „unbewusst“ nennen, und die uns im Lebensalltag im Kreis, im Hamsterrad laufen lassen. Blockierte oder verbotene Lebenskräfte treten hervor und stehen uns selbst und der Welt in sinnvoller Weise zur Verfügung.

"Schau der Wahrheit deiner Selbst in die Augen. Es ist ungewohnt. Sieh hin. Das bist du. Das ist die Vollkommenheit deines Seins. Du musst Dich nicht verändern. Veränderung geschieht. Durch Dein Sehen. Jetzt." *

 

Kurzinterview mit OM C. Parkin

F: Was ist Innere Arbeit?

OM: Innere Arbeit ist die Praxis des inneren Weges.

F: Braucht ein Mensch Innere Arbeit?

OM: Nein, ein Mensch, der kein Interesse an innerer Entwicklung hat, braucht keine Innere Arbeit. Nur wer den Samen erwachten Potentials im Inneren des Menschen zur Entfaltung bringen möchte, braucht sie.

F: Was genau bedeutet „innere Entwicklung“?

OM: „Innere Entwicklung“ bedeutet Integration aller Evolutionsstufen menschlicher Entwicklung vom Niedersten bis zum Höchsten, sodass jede Entwicklungsstufe das volle Kraftpotential für die nächsthöhere zur Verfügung stellt. So wächst integrale Intelligenz.

F: Was ist integrale Intelligenz?

OM: Integrale Intelligenz ist die Intelligenz der 3 Gehirne des Menschen – seiner 3 Kraftzentren – die frei ist von traumatischer Prägung der Vergangenheit. In der integralen Intelligenz arbeiten diese 3 Zentren nicht mehr getrennt voneinander, sondern gemeinsam und gleichzeitig autark in der Gegenwärtigkeit des Jetzt.

F: In welcher Verbindung steht Innere Arbeit zum spirituellen Weg des Menschen?

OM: Sie beginnt in einer persönlichen, psychologischen Sphäre und breitet sich ganz natürlich in die Spiritualität aus. Wenn der Mensch es zulässt. Der spirituelle Weg ist derjenige Weg, der über die persönliche Entwicklung hinausgeht. Wo Psychologie aufhört, da beginnt Spiritualität.

F: Wie ist das zu verstehen, das Innere Arbeit im Nicht-Tun geschieht?

OM: Sie beginnt im Tun und endet im Nicht-Tun. Das bedeutet: Um Mühelosigkeit zu erreichen, zu erkennen, braucht es zunächst eine Bemühung. Meditation ist eine Praxis des Nicht-Tuns. Aber auch sie beginnt mit einem Tun.

F: Welchem?

OM: Der Absicht, sich zur Meditation hinzusetzen. Später wird Meditation zu einem permanenten, natürlichen Bewusstseinszustand.

F: Wie ist das Konzept der Inneren Arbeit mit der advaitischen Lehre zu vereinbaren, das Erleuchtung JETZT IST?

OM: Gar nicht.

F: Wozu dann Innere Arbeit?

OM: Meine Antwort war für den Rationalisten. Auf dem paradoxen Weg, den jeder ernsthafte innere Mensch geht,  schließen sich allmähliche Erleuchtung und plötzliche Erleuchtung nicht aus. Genauso wenig wie sich Sein und Werden ausschließen. Diese Schule lehrt den Vereinigungsweg.

F: Wann wird jemand Schüler von OM? Muss er dazu Innere Arbeit tun?

OM: Es gibt auch Schüler, welche nicht den Weg der Schule gehen und keine Innere Arbeit tun. Manche Menschen sind einfach nicht in der Lage, den radikalen Weg zu gehen. Sie gehen einen unverbindlichen Weg. Auch das ist in Ordnung. Aber sie erreichen niemals das, was ich die bewusste Schülerschaft nenne. Nur die bewusste Schülerschaft, welche die kindlichen Phasen der Elternbeziehung bereits hinter sich gelassen hat, hat das Potential vollkommener Befreiung vom denkenden Geist in sich.

F: Braucht es denn überhaupt einen Lehrer auf dem inneren Weg?

OM: Eine unsinnige Frage. Jeder hat schon einen. Die Frage ist nur: Welchen?

F: Welche gilt es denn zu unterscheiden?

OM: Nennen wir sie Geist und Herz.

F: Und wer ist der erwachte, äußere Lehrer?

OM: Dein inneres Herz.

Weitere Informationen über die Innere Schule finden Sie hier> STARTSEITE INNERE SCHULE

* Zitat von OM
* Zitat von OM C. Parkin aus: "Mysterienschule - Schule für innere Transformation", advaitaMedia 2007

 

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